Das Internationale Jahr der Biodiversität 2010
Die Generalversammlung der UNO hat  nachfolgend auf  die Initiative „Countdown 2010“, welcher den Verlust der biologischen Vielfalt thematisierte, das Jahr 2010 zum „Internationalen Jahr der Biodiversität“ ernannt und will dadurch das Thema weltweit stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken. Auf dieser Informationsseite stellen wir die wichtigsten Fakten zur Biologischen Vielfalt vor.

 

Offizielle Seite zum Jahr der Artenvielfalt (englisch)

 

 

Was bedeutet Biodiversität?
Unter Biodiversität oder biologischer Vielfalt versteht man die Variabilität unter lebenden Organismen, also die Vielfalt des Lebens und der Lebensprozesse.

 

Der Begriff umfasst die
- Vielfalt der Ökosysteme
(z.B. Wälder, Steppen, Ozeane)
- Vielfalt der Arten
(z.B. Kiefer, Brillenbär, Krill)
- genetische Vielfalt innerhalb der Arten
(z.B. Afrikanischer Waldelefant und Afrikanischer Steppenelefant)

Die drei Bereiche sind eng miteinander verknüpft und voneinander abhängig. Die biologische Vielfalt ist der größte Schatz auf unserem Planeten und eine Lebensgrundlage für den Menschen. Daher ist es umso wichtiger diese zu erhalten.

 

Kakteen, Burger's Zoo

 

Ursachen

Der Hauptverursacher des Rückgangs der biologischen Vielfalt ist der Mensch, entweder direkt oder indirekt. Alle drei Bestandteile der Biodiversität sind bedroht.

- Die Vielfalt der Ökosysteme ist insbesondere durch die Bebauung, Zerschneidung und Zerstörung natürlicher Landschaften,  durch die Land- und Forstwirtschaft und durch den Klimawandel bedroht
- Die Artenvielfalt ist vor allem durch die Übernutzung der Arten, wie Überfischung, und durch Lebensraumverlust bedroht.
- Die genetische Vielfalt wird durch die Einengung des  Spektrums genutzter Arten in der Landwirtschaft bedroht.

Der Klimawandel hat schon jetzt dramatische Auswirkungen auf den Reichtum der Arten.  Die Erwärmung der Erde beeinträchtigt vor allem sensible Ökosysteme, wie Hochgebirge, Polarzonen und Korallenriffe. Ganze Regionen, wie zum Beispiel der Amazonasregenwald in Brasilien, drohen zu vertrocknen.
Grant-Zebra, Burgers' Zoo

 

Auswirkungen des Biodiversitätsverlustes

Wenn die biologische Vielfalt verloren geht, hätte dies große Auswirkungen auf unsere Umwelt.
Die Arten eines Ökosystems stehen in einer vielfältigen Beziehung miteinander und einer Abhängigkeit voneinander. Die Arten üben sowohl positive als auch negative Einflüsse auf andere Lebewesen aus, wodurch Populationsgrößen und –dichten geregelt werden. Bei einem Verlust vieler Arten kann dieses Gefüge auseinanderbrechen und das Ökosystem damit zerstört werden. Dabei können Ökosysteme mit einer großen Artenvielfalt solche Umweltveränderungen besser abfangen.
Die biologische Vielfalt ist die Grundlage unserer Existenz. Die Natur liefert dem Menschen Nahrung, sauberes Wasser, fruchtbare Böden sowie Brennstoffe und Medikamente. Wälder schützen uns zum Beispiel vor Überschwemmungen und durch ihre Abspeicherung wirken sie gegen den Klimawandel.

 

Zahlen und Fakten

Wissenschaftler schätzen die Gesamtzahl aller Arten auf  zwischen 10 und 20 Mio. Stück, wovon allerdings nur ca. 1,9 Mio. Arten wissenschaftlich beschrieben sind. Jährlich kommen einige Arten hinzu. Im Jahr 2006 wurden beispielsweise 2.057 Pflanzen- und 8.995 Insektenarten neu beschrieben. Seit 2004 wurden im Durschnitt 13 neue Amphibien pro Monat entdeckt. Von der „Roten Liste der Tier- und Pflanzenarten“ 2010 werden 48.000 Arten beschrieben, über ein Drittel davon sind in ihrem Überleben bedroht. Ca. 70 % aller Arten leben in den Tropen und Subtropen. In Deutschland gibt es auf Grund der Lage in Mitteleuropa, welche von der Eiszeit beeinflusst wurde, nur etwa 28.000 Pflanzen- und Pilzarten, sowie ca. 48.000 Tierarten, also 7 % der weltweit bekannten Pflanzen- und 3,5 % der bekannten Tierarten.

 

Wo liegen die Schwerpunkte?
Von der IUCN, der Weltnaturschutzunion, wurden drei Schwerpunkte festgelegt, wo die Gefahr des Artensterbens besonders groß ist.
- Asiatische Säugetiere:
Überwiegend bedingt durch Wilderei und Lebensraumverlust, gibt es seit etwa 20 Jahren einen starken Rückgang bei vielen asiatischen Säugetierarten, insbesondere in Südostasien und China.
- Amphibien:
Rund ein Drittel der über 6.000 Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht. Die größten Gefahren entstehen durch den Verlust des Lebensraumes und der Übernutzung als Nahrungsressource, sowie dem Chytrid-Pilz, einem Hautpilz, der zur Schwächung und zum Tod der Amphibien führt.
- Korallen:
Die Korallen sind durch die Erwärmung der Meere, die durch den Klimawandel verursacht wird, fast überall gefährdet, da sie auf die Temperaturunterschiede sehr sensibel reagieren. Die Erwärmung führt zum Absterben der Korallen und viele korallenbewohnende Tierarten würden dadurch ihren Lebensraum verlieren.

 

Hier erfahren Sie mehr
- Offizielle Seite zum Jahr der Artenvielfalt (englisch)

- Biodiversität 2010 (offizielle Seite der Schweiz)
- Biodiversity - We are all in this together (EU-Kampagne)
- Biologische Vielfalt (Seite des BMU)

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